
Der Gründer von Viking ist Jaap Havekotte Senior. Jaap Havekotte Senior, selbst fanatischer Wettkampf-Eisläufer und von Beruf Zimmermann, schliff seine Kufen immer selbst. Andere Eisläufer besaßen meist keinen Schleifstein und baten deshalb Havekotte darum, ihre Kufen zu schleifen. Dies war ein guter Nebenverdienst, und er beschloss, damit weiterzumachen. Er ließ einen speziellen Schleifapparat anfertigen, auf dem er auch Schlittschuhe aus Holz bearbeiten konnte. Mit Hilfe von Postern in diversen Sportgeschäften machte er Eisläufer auf sein fachliches Können aufmerksam. Er bekam für jeden Kunden einen Gulden, und der Ladenbesitzer berechnete selbst zwei Gulden fünfzig dafür. Was mit schleifen begonnen hatte, führte schon bald zum Reparieren von Schlittschuhen, wie etwa das Erneuern von ledernen Fersenkappen oder das Ausbessern von Kufen. Der nächste Schritt, die Herstellung von Noren, war die logische Konsequenz. So begegnete er Co Lassche, einem frischgebackenen Schlittschuhmacher, der seine Schlittschuhe verkaufte, indem er Sportgeschäfte und Eisenwarenläden abklapperte. Als Lassche in die Läden kam, wurde er jedes Mal gefragt, ob die Schlittschuhe auch ein Qualitätssiegel von Jaap Havekotte hätten. Lassche beschloss, Jaap Havekotte einen Besuch abzustatten, und die beiden wurden Geschäftspartner.
Sie nannten ihr Unternehmen Norsk model Viking. Zwei Jahre später beschloss Lassche, einen anderen Weg einzuschlagen, während Jaap Havekotte das Unternehmen unter dem Namen Viking Schaatsenfabriek b.v. weiterführte.
Der Erste, der einen beachtlichen Titel auf Viking Schlittschuhen errang, war kein Niederländer sondern im Jahr 1960 der Russe Boris Stenin. Er gewann die Bronzemedaille über 1.500 Meter während der Olympischen Spiele in Squaw Valley, USA. Im selben Jahr gewann Boris Stenin außerdem Silber auf der EM Allround und Gold auf der WM Allround. Dies war der Anfang der Erfolge auf Viking Schlittschuhen, die noch kommen sollten.
Der echte Durchbruch der Marke Viking als Topmarke gelang jedoch erst in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre und fiel mit den Erfolgen von Ard Schenk und Kees Verkerk zusammen. Seit 1964 wurde bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille ununterbrochen auf Viking Schlittschuhen gewonnen.
Die Marktposition von Viking wurde in der zweiten Hälfte der Siebzigerjahre weiter verstärkt, als der “Viking Special” eingeführt wurde. Das Modell aus Känguruleder mit der bekannten gelben Paspelierung war leichter als alle anderen Noren und passte sich außerdem besser an die Fußform an. Norweger, Russen, Japaner – alle standen Schlange, wodurch die Nachfrage aus dem Ausland zum ersten Mal größer war als die Nachfrage aus den Niederlanden.
Im Jahr 1985 wurden, in Zusammenarbeit mit Dr. Gerrit Jan Ingen Schenau von der Freien Universität Amsterdam, die ersten Klappschlittschuhe von Viking getestet. Dennoch wagten es die Topläufer nicht, auf dem Klappschlittschuh zu laufen. Eislaufen auf dem Viking Klappschlittschuh erforderte nämlich die Entwicklung einer anderen Technik – etwas, wofür in den anstrengenden Trainingsprogrammen keine Zeit blieb. Zugleich befürchtete man, dass das Erlernen der neuen Technik auf Kosten der üblichen Technik der Eisläufer gehen würde. Dabei wurde deutlich, dass auch die Amateure nicht an einem Schlittschuh interessiert sind, solange die Topläufer ihn nicht verwenden. Erst als Tonny de Jong auf Drängen ihrer Trainerin Sijtje van der Lende begann, auf Klappschlittschuhen Pokalwettkämpfe zu laufen und sie diese, zusammen mit den Europameisterschaften, auch gewann, kam der Durchbruch.
Heute ist der Klappschlittschuh aus dem Eisschnelllauf nicht mehr wegzudenken und viele Topläufer wie Sven Kramer, Mark Tuitert, Ireen Wüst und Enrique Fabris laufen auf unseren Klappschlittschuhen.


